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Notebooks


Der nicht mehr allzu neue Trend heißt ja Notebook statt Desktop - dieser Trend ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.
  • erstens werden Akkus gebaut, die es eigentlich gar nicht braucht (Energeiverbrauch für Herstellung und Entsorgung) 
  • zweitens haben Notebooks oft eine kürzere Lebensdauer, als Stand-PCs, weil wenn etwas defekt wird, wird dieser Defekt oft aus Gründen der hohen Reperaturkosten nicht behoben - ich kenne einige Notebooks, die einfach weggeworfen wurden, nur weil die CMOS-Batterie den Geist aufgegeben hat.
Wer jedoch wirklich einen Laptop benötigt, spart Energie sowohl bei der Herstellung als auch im Verbrauch, wenn er diesen Laptop auch als Desktop benutzt. Aber eigentlich sollte eher die Notebooktechnologie Einzug in den Desktop halten, als dass wir uns große Notebooks als Desktoperstz auf die Schreibtische stellen. (siehe Beispiele unter Links)

Andererseits ist das Angebot an gebrauchten Notebooks auf Grund der Tatsache, dass Firmen ihre Notebooks bereits oft nach 3 -4 Jahren wieder auswechseln, sehr zahlreich und vor allem günstig. Es muß also nicht immer ein neues Notebook sein - ich - zum Beispiel - verwende seit 10 Jahren nur mehr gebrauchte.

Nachdem ich ja nur gebrauchte Notebooks verwende und diese auch meinen Freunden empfehle, bin ich bezüglich Stromverbrauch für neue Notebooks auf Tests angewiesen. Leider spielt bei diesen Tests der Stromverbaruch im Gegensatz zur Performance meist keine Rolle - einzig das Computer Magazin c't gibt da in manchen Fällen (vor allem Notebooks und Monitore) Auskunft.

Netbooks

Einerseits muss man Intel für die uneingeschränkte Treiberunterstützung und Weiterentwicklung von Linux loben, andererseits verfolt Intel vor allem bei den Nettops eine absolut verfehlte Energie- und Konzernpolitik. Nicht nur, dass Intel die 200 und 300 Serie des  Atom mit einem zeimlich veralteten Intel G945 Chipsatz in 130nm mit mäßiger Grafikperformance und im Gegensatz zur CPU sehr hohem Energieverbrauch ausliefert (sowohl Netbook als auch Nettop), verpasste Intel dem mit einer TPD von 5W sehr sparsamen Intel SCH US15W Chipsatz, der mit der Z5xx-Serie des Atom kombiniert wird und auch HDTV beherrschen soll, nur eine PATA Schnittstelle (deutlich langsamer als SATAII), wodurch diese Nettops unter Schneckentempo leiden (ist jedoch für die Zielgruppe teure Industriemainboards kein Problem).

Zusätzlich hat Intel den Notebookherstellern verboten, den N270 in Netbooks einzubauen, die ein Display haben, das größer als 10 Zoll ist, obwohl es sicherlich viele Käufer gäbe, die mit der Performance eines 12",13" oder 15" Netbook das Auslangen finden, aber sich niemals mit einem 10" Display abfinden würden.
Insgesamt hat Intel alles nur mögliche unternommen, dass die neuen Netbooks nicht in den Pfründen der zum Teil deutlich teureren Notebooks wildern - auf Kosten des Energieverbrauchs - aber natürlich zugunsten der Shareholder.

Nividia hat sich darangemacht, diesen Mißstand zu beseitigen und die Ion Plattform entwickelt - Intel Atom CPU + Nvidia GeForce 9400 Chip. Dieser wird samt G98 Grafik in 65nm gefertigt und ist daher deutlich stromsparender - ausführlicher Test bei Toms Hardware.
In einem Interview mit Laptop skizzierte Nvidia Produkt Manager Dave Ragones die Ion Plattform wie folgt: "We think this is a very compelling solution even against a Centrino-based notebook. We offer with Atom and the GeForce 9400M, 5 times the graphics performance compared to that of Centrino. Its not 10 times, but it’s a more affordable solution than the Centrino platform. We also have 80 percent lower CPU cost, because we are using an Atom chip versus a Penryn CPU."
Vor allem, wenn man bedenkt, welche Möglichkeiten sich mit Hilfe von CUDA eröffnen, wenn die Grafik nicht ausgelastet ist, würde das die Ion Plattform zu einem Hoffnungsträger im Punkto Energieverbrauch und Performance machen -
nicht nur von Notebooks, da die Ion Platform ja auch als Nettop mit einer Dual-Atom CPU geplant ist. Nvidia gibt für die Nettopversion einen Gesamtstromverbrauch von 18W an, wobei 8W davon auf den Atom Z330 entfallen sollen. Das bei weitem sparsamste und effizienteste verfügbare Duo.

Nachdem bereits Apple den 
GeForce 9400M in fast allen neuen Macbooks verbaut (es gibt sogar ein Macbook mit ATI Mobility Radeon X1600) und jetzt auch auf den neuen Mac-Minis, war diese Ankündigung wieder einmal zuviel für die Wächter der Vormachtstellung von Intel - promt folgte auf die Ion Anküngigung die Klage von Intel gegen Nvidia.
Laut Nvidia klagt Intel, weil ein seit 2004 gültiges Cross-Licensing-Abkommen zwischen den beiden Firmen nach Intels Ansicht nicht für Chipsätze gilt, die Nvidia offenbar für die kommende Generation von Intel-Prozessoren ab der Nehalem-Generation mit integriertem Speichercontroller fertigen will (zitiert von c't). Inwieweit diese Klage auch die Ion Plattform betreffen könnte, habe ich nicht herausgefunden - vor allem könnte sich Intel weigern, den Atom ohne hauseigenen Chipsatz herauszurücken (zitiert von hier)

Nvidia gibt sich jedoch kämpferisch und fährt jetzt zweigleisig: Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Klage kündigte Nvidia den Ion2 an. (Via Nano mit GeForce 9400).
Ich fände jedoch: dreigleisig wäre noch besser - die Verbindung eines GeForce 9400 mit einem AMD Athlon 2650e mit 1,6 GHz und 15 Watt TDP oder dem Dual-Core Athlon X2 3250e mit 1,5 GHz und 22 Watt TDP würde zwar unter Last etwas mehr Strom verbrauchen, jedoch deutlich mehr Performance bieten.

Intel reagierte natürlich sofort und zieht die Einführung des Atom N280 und des neuen Chipsatzes GN40 vor. Asus gab gegenüber Golem.de an, dieses Netbook würde erst im zweiten Quartal 2009 ausgeliefert - zumindest Intel dürfte einem noch früheren Termin aber keine Steine mehr in den Weg legen. Wie das taiwanische Branchenmagazin DigiTimes berichtet, sollen Atom N280 und GN40 bereits Mitte Februar freigegeben werden. (zitiert von hier)

Es gibt sogar schon einen kurzen Test des Asus Eee PC 1000HE mit dem Atom N280, jedoch anscheinend ohne den neuen Chipsatz GN40.

Die Lage, ob es den Atom jetzt einzeln geben wird oder nicht, scheint im Moment etwas verworren - Toms Hardware kommentiert das im Moment (27.02.09) so:

"Auf unsere Anfrage auf der CES hat Intel noch versichert, den Atom-Prozessor separat zu verkaufen -- ohne Aufpreis wegen Zwangsbündelung mit dem 945GSE-Chipsatz. Trotzdem halten sich momentan die Gerüchte seitens der OEMs, dass dem nicht so sei. Doch in die Glaskugel will Tom's Hardware lieber nicht schauen..."

Es wäre an der Zeit, dass EUs Wettbewerbswächter Intel ähnlich Microsoft einmal genauer unter die Lupe nehmen, ob es da nicht grobe Verstöße im Sinne des unlauteren Wettbewerbs gibt. Ich denke die Verknüpfung von CPU und Chipsatz ist mindestens genauso zu bewerten, wie Microsofts Verknüpfung des Betriebssystems mit dem Internet Explorer.

Trotzdem möchte ich 2 Nettops mit Intel Bauteilen erwähnen - das trotz 12" Display sparsamste Netbook (Dell Mini 12) und das Netbook mit der längsten Laufzeit (Samsung NC10) - die Verbrauchs-Infos stammen aus Klein, bunt, mobil - Netbooks der dritten Generation, c't 03/2009 Seite 90
  • Dell Inspiron Mini 12, (Display aus 6,5W / 100cd/m² 10,7W / Max. 14,4W) Tests: tomshardware, apc, netzwelt  - im Gegensatz zu den Testberichten bietet Dell jetzt die Ubuntu-Variante auch mit dem Atom Z530, die Windows-Variante mit Windows XP und beide mit der Möglichkeit eines doppelt so starken Akkus an.
  • Samsung NC10, (Display aus 9,7W / 100cd/m² 13,2W / Max. 18,6W) Tests: notebookcheck, chip, laptopmag
Samsung nahm einen anderen Weg als Dell, um sich der 10" Beschränkung Intels zu entledigen - Samsung setzt in seinem neuen NC20 eine besonders stromsparende Variante des Via Nano ein (endlich der erste Nano), kommt aber in Punkto Verbrauch nicht an das Dell Mini heran.
Wer Linux auf seinem Netbook einsetzen will, sollte speziell für Netbooks optimierte Distris nehmen - hier eine Übersicht

kommende Netbooks:

aber ich denke, dass Intel froh sein soll, wenn sie den Atom in Zukunft über die Ion Plattform überhaupt verkaufen können, denn von den ARM SOCs wächst da ordentliche Atom Konkurrenz - ist zwar einstweilen nur der Singlecore Cortex-A8, aber das Pegatron Netbook ist das erste Netbook, das mir gefällt und das meiner Meinung nach auch den Namen Netbook verdient



- und wenn es dann diese lüfterlosen wirklich leichten Netbooks hoffentlich auch mit einem guten 12" Monitor und dem dualcore Cortex-A9 gibt (Marvell Kirkwood oder Texas Instruments OMAP 4440) - dann werde ich mir wahrscheinlich das erste Mal seit 10 Jahren auch wieder ein neues Notebook kaufen.

Notebooks


Aus der in der Zwischenzeit fast unübersichtlichen Anzahl an Notebooks einige auszuwählen, ist fast unmöglich. Um die Marke zu wählen, ist der Grüne Elektronik Führer von Greenpeace sicherlich ein Anhaltspunkt. Dell ist auf dieser Liste sehr weit unten zu finden - trotzdem will ich mal die Ankündigung Dells verlinken, da laut den Messungen von c't die Dell Notebooks zu den sparsamsten gehören. Dell hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß seines weltweiten Geschäftsbetriebs bis Ende 2008 als weltweit erstes Technologieunternehmen vollständig zu neutralisieren. Inwieweit dies bloß eine werbestrategische Ankündigung war und ob diese Ankündigung auch in der wirtschaftlichen Krise halten wird, wird die Zukunft weisen.
Ansonsten will ich mich daher nur auf den Stromverbrauch beschränken. Ein wesentlicher Anhaltspunkt ist hier sicherlich die TDP der verbauten CPU - auf Grund der langfristigen Verwendung empfehle ich auf jeden Fall einen Zweikern Prozessor. Auf Wikipedia gibt es da eine schöne Übersicht.
  • Notebooks bis 11,9" mit ULV Prozessor: geizhals
  • 12" Notebooks mit ULV Prozessor: geizhals,
  • 13" Notebooks mit ULV Prozessor: geizhals
  • dual core Notebooks mit ULV Prozessor bei eBay
  • alle Notebooks mit ULV Prozessor bei eBay (hier sind auch die Atom-Netbooks dabei) - wobei ich hier vom Preis/Leistungs/Gewicht Verhältnis ohne DVD das Portege R100 und mit DVD das HP NC-2400 empfehlen möchte (das HP NC-2400 ist auch noch neu ziemlich günstig erhältlich).
Für 15,4" Notebooks gibt es im c't 16/2008 Seite 84 einen Test: Will ich Billig? Acht 15,4 Zoll Notebooks unter 450€. Bei diesem Test stach das
  • Dell Vostro 1510 mit einer Laufzeit von knapp sechs Stunden unter XP aus dem Testfeld hervor - über 2 Stunden länger als das nächstbeste Lenovo 3000 N200. Die für den als Standard verbauten Intel Core 2 Duo T5670 angegeben Verbrauchswerte (Display aus 7W / 100cd/m² 11W / Max. 14W) mag ich trotzdem nicht wirklich glauben - vor allem, wenn ich diese Werte mit dem Mini 12 aus dem gleichen Haus vergleiche (siehe Netbooks). Interessant sind die Dell Notebooks auch für alle, die ein Display mit besserer Auflösung benötigen - man kann bei vielen Dell Modellen gegen Aufpreis Panels mit 1440 x 900 (matt und spiegelnd) und 1920 x 1200 (nur spiegelnd) wählen.

Gebrauchte Notebooks

  • dual core Notebooks mit ULV Prozessor bei eBay
  • alle Notebooks mit ULV Prozessor bei eBay (hier sind auch die Atom-Netbooks dabei) - wobei ich hier vom Preis/Leistungs/Gewicht Verhältnis ohne DVD das Portege R100 und mit DVD das HP NC-2400 empfehlen möchte - das HP NC-2400 ist auch noch neu ziemlich günstig erhältlich.
  • gebraucht mit 14" oder 15" Display: von folgenden Modelle gibt es immer genügend Angebot - keine Celerons kaufen - haben kein Speedstep: T40, T41, R51, R52, Amilo m7400